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 Der arme Junge aus Castlerea (Irisch)

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Lilta Anoriën
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BeitragThema: Der arme Junge aus Castlerea (Irisch)   Mo Aug 05, 2013 9:59 pm

Es war einmal ein armer Junge in Castlerea, der brachte täglich eine Fuhre Torf auf den Markt und verdiente ein paar Pennies mit dem Verkauf des Brennmaterials. Zum Leben war es zuwenig und zum Sterben zuviel. Es war ein merkwürdiger Junge, sehr still und launisch, und die Leute sagten, er müsse wohl ein Wechselbalg aus der Anderswelt sein, weil er sich nie an Spielen beteiligte, kaum redete und die halbe Nacht über alten Büchern saß.
Er hoffte immer, reich zu werden und das mühsame Gewerbe des Torfstechers und Torffahrers aufgeben zu können. Dann wollte er in Frieden leben, ohne zu arbeiten, in einem schönen Haus mit einem großen Garten, ganz für sich allein. Nun hatte er in Büchern gelesen, daß die Lepracauns das Versteck aller Goldschätze in Irland wüßten, und Tag um Tag hielt er nach einem der kleinen Schuhmacher Ausschau und horchte, ob sich nicht irgendwo ein Geräusch ihrer Hämmer vernehmen lasse.

Schließlich entdeckte er tatsächlich eines Abends einen kleinen Kerl unten einem großen Blatt. Er war ganz in Grün gekleidet und trug einen Hut mit einem Kniff auf dem Kopf. Der Junge sprang von seinem Karren und packte den Lepracaun am Nacken. "Rühr dich nicht", rief er, "zeig mir, wo ich Gold finde, oder du bist des Todes."
"Nur sachte", antwortete der Lepracaun, "laß mich am Leben und ich will dir verraten, was du wissen möchtest, Aber eines laß dir gesagt sein: Ich könnte dir auch so weh tun, wenn ich wollte. Wenn ich nicht Gleiches mit Gleichem vergelte, so nur deswegen, weil wir entfernte Verwandte sind. Darum will ich dir auch einen Ort zeigen, an dem Gold versteckt ist, das keiner haben darf, der nicht zum Volk der Feen gehört. Komm mit zu dem alten Fort von Lipenshaw. Dort liegt der Schatz. Aber beeil dich. Wenn die letzten Strahlen der untergehenden Sonne verlöschen, wird auch das Gold verschwunden sein und du wirst es nie mehr finden." "Nur zu dem", sagte der Junge, und er stieg mit dem Lepracaun auf den Torfkarren und fuhr los. In zwei Sekunden waren sie an dem alten Fort und schritten durch die Tür in der Steinmauer.
"Nun sieh dich um", sagte der Lepracaun, und staunend sah der Junge, daß der ganze Boden mit Goldstücken übersät war und daß so viele Gefäße aus Silber dort lagen, daß man hätte meinen können, jemand habe alle Schätze der Welt dort gehortet. "Nimm soviel du willst", sagte der Lepracaun, "aber beeil dich. Wenn diese Tür zuspringt, wirst du diesen Ort zu deinen Lebzeiten nicht mehr verlassen."

Also nahm der Junge so viel an Gold und Silber wie er nur tragen konnte und warf es auf seinen Karren, aber als er noch einmal zurückkam, um noch mehr zu holen, schlug die Tür unter Donnerkrachen zu, und der Platz war so dunkel wie zur Nacht. Von dem Lepracaun war nichts mehr zu sehen. Der Junge hatte nicht einmal Zeit gefunden, sich bei dem Wicht zu bedanken. Er hielt es für das Beste, sich mit seinem Schatz aus dem Staub zu machen. Als er daheim ankam, zählte er die Reichtümer. Das Gold hätte hingereicht als Lösegeld für einen König.

Der Junge war schlau genug, niemanden etwas davon zu erzählen. Er reiste am nächsten Tag nach Dublin, brachte all seine Reichtümer auf die Bank und stellte fest, daß er so viel Geld besaß wie ein großer Herr. Also kaufte er sich ein schönes Haus mit einem großen Garten. Er hielt sich Diener und Kutschen, und Bücher besaß er nun soviel er wollte. Er versammelte gescheite Männer um sich, die ihm beibrachten, was man wissen sollte, wenn man sich in der Welt auskennen will. Er wurde ein angesehener Mann, und seine Nachkommen sind bis auf den heutigen Tag wohlhabend, denn auf geheimnisvolle Weise nahm das Vermögen dieser Familie nie ab, was immer sie auch an Almosen an die Armen schenkten, und das war nicht wenig.

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Möge das Glück mit euch sein...

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